Ausflug nach Mossel Bay
An einem Wochenende haben wir in Mossel Bay an einem Gin-Brennkurs teilgenommen. Die lokale Gin-Manufaktur befindet sich in einem Hotel in der Nähe des Hafens.
Nicht nur der Gin wird hier selbst gebrannt, sondern auch die Flaschen aus Ton. Im Eingangsbereich kann man ein paar Formen dafür bestaunen.
Uns erwartete ein großer Schulungsraum, der einem Alchemielabor alle Ehre gemacht hätte.
Jeder bekam seinen Arbeitsplatz zugewiesen, an dem bereits Trichter, Messbecher und diverse kleine Fläschen auf uns warteten.
Uns wunderte nur etwas, dass sich auch etwas Knabberzeug zwischen den Utensilien befand. Aber passend dazu wurde zur Begrüßung gleich ein köstlicher Erfrischungsdrink mit Zimtstange und Zitronenschalen gereicht – der bei den sommerlichen Temperaturen schnell getrunken war. Wir hätten es uns zwar denken können, aber im Eifer des Gefechts haben wir übersehen, dass es natürlich ein ginhaltiger Cocktail war, der auch schnell Wirkung zeigte. Es wurde ein fröhlicher Kurs!
Jeder sollte nun seinem Gin eine eigene Geschmacksnote hinzufügen. Von 18 verfügbaren Essenzen sollen wir 3 kombinieren, um unseren individuellen Gin-Geschmack zu kreieren.– darunter Orange, Vanille, Zimt, Lavendel, Schokolade, Chili und mehr. Nicht einfach, sich da für eine von knapp 5000 möglichen Kombinationen zu entscheiden.
Vor dem Brennen mussten der Kreation noch einen Namen geben. Dazu gehörte auch die Auswahl des Alkohols, der dem Ganzen zugrunde lag – dem sogenannten Mazerat. In diesem wurden bereits längere Zeit Kräuter, Wacholderbeeren oder Früchte wie Zitronen eingelegt.
Dann ging es auch schon los - der Brennmeister heizt den Kessel auf.
Nun wird das Mazerat in die Brennblase gefüllt und wenig später kann man die ersten Tropfen des Destillats auffangen.
Das ist der wichtigste Schritt, den der Brennmeister selbst durchführte: das Abtrennen des Vorlaufs. In diesem ist nämlich das Methanol enthalten, das sich bei der Gärung der Kräuter und Co. gebildet hat. Und wer nicht blind werden will, sollte das tunlichst nicht trinken.
Nach dem Brennen erhält man einen Gin mit einem Alkoholgehalt zwischen 70 % und 90 %. Anschließend wurde der Alkoholgehalt mit einem Messstab bestimmt und der Gin mit reinem Wasser auf trinkbare 40 % verdünnt.
Das eigene Destillat wurde dann in eine Flasche abgefüllt, beschriftet und stolz mit nach Hause genommen.
Direkt gegenüber der Brennerei befindet sich das Muschelmuseum von Mossel Bay. Kein Wunder, dass die Stadt ein solches Museum hat – schließlich bedeutet „Mossel“ in Afrikaans Muschel!
Am Eingang wurden wir von einem großen Oktopus begrüßt, der mit seinen acht Armen so aussah, als würde er gleichzeitig winken und ein Ticket verlangen. Man hatte fast das Gefühl, er sei der Empfangschef des Museums!
Erst auf der anderen Seite des Aquariums entdeckten wir eine wichtige Information über die Spezies.
Dann folgte eine große Ausstellung über Muscheln – über ihre Geschichte, ihre Entstehung, ihre Fundorte, ihre Verwendung und vieles mehr.
Danach gelangten wir in mehrere Räume, in denen Hunderte verschiedene Muscheln ausgestellt waren. Viele davon hatten wir zuvor noch nie gesehen.
Nach all den Muscheln ging es zurück ins Hotel, und allmählich machte sich der Hunger bemerkbar. Nach einem Aperitif auf der Terrasse haben wir im gemütlichen Restaurant bei Wein und gutem Essen den Abend ausklingen lassen.